Ursachen einer Dyskalkulie

Was sind die Ursachen einer Dyskalkulie?

Eine Dyskalkulie ist durch viele verschiedene Einflussfaktoren bedingt, die bei jedem Betroffenen anders gelagert sind.

Ein einheitliches Modell für alle an einer Rechenstörung leidenden Kinder gibt es indes nicht. Stattdessen gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Erklärungsansätzen, von denen hier die wichtigsten erklärt werden, die jedoch nur einen richtigen Schluss angesichts etwaiger Schuldzuweisungen zulassen:

Einen einzigen Grund für eine Dyskalkulie gibt es nicht und niemand ist schuld!

Es gibt einen genetischen Ansatz, der besagt, dass die Dyskalkulie erblich bedingt sein kann. Erblich bedingt deshalb, weil nach Erkenntnissen im Bereich der Säuglingsforschung nachgewiesen wurde, dass mathematische Kompetenzen bereits angeboren sind

Der entwicklungspsychologische Ansatz folgt der Entwicklungspsychologie von Piaget, der den Aufbau und die Verinnerlichung von Zahlen, Mengen und mathematischen Handlungen in vier Phasen einteilt. Jede Phase muss bewältigt und begriffen werden, da eine Phase auf der anderen aufbaut. Ist eine Phase gestört kann die darauffolgende nicht erreicht werden. Das bedeutet in Bezug auf die Dyskalkulie, dass nach diesem Erklärungsansatz die Ursache für eine Rechenstörung in einer nicht bewältigten frühen Phase liegen könnte.

Eine Rechenstörung steht zumeist in einem sehr engen Zusammenhang mit der Wahrnehmung und der sensorischen Integration, dem Begreifen. Das Begreifen geschieht über die Wahrnehmung, beispielsweise über die Verknüpfung von Sehen, Hören und Fühlen. Ist die Wahrnehmung gestört, kann das an der mangelnden Fähigkeit liegen Reize auszuwählen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden sowie Sinneseindrücke einzuordnen und sie mit Erfahrungswerten zu verknüpfen und sie an das zentrale Nervensystem zu übermitteln.

Ein Mangel an Alltags-, Bewegungs- und Spielerfahrung und damit für die Sensorik elementar wichtige Grunderfahrungen, häufig bedingt durch einen hohen Fernsehkonsum oder Computerspiele, können eine Dyskalkulie ebenfalls begünstigen.